Der Europa Cup im Ju-Jitsu Fighting 2026 fand am 6. und 7. Juni 2026 in der Hall du Paire in Pepinster (Belgien) statt. Mit 432 Sportlern aus 18 Nationen war das Turnier stark besetzt und bot internationales Top-Niveau. Für das Team von Seishin Weimar war es ein Wochenende voller intensiver Kämpfe, starker Leistungen und wichtiger Entwicklungsschritte.
Jannik Koch – technisch stark, konsequent im Abschluss
Jannik zeigte ein sehr kontrolliertes und effizientes Turnier. Seine Stärke liegt in klaren technischen Aktionen und schnellen Entscheidungen im Stand- und Bodenkampf.
Kampf 1 – gegen Ilan Deleu (Belgien)
Jannik traf auf einen bekannten Gegner aus früheren Begegnungen in Genua. Von Beginn an war klar, dass beide sich gut kennen.
Jannik blieb ruhig, arbeitete konsequent und setzte seine Techniken sehr sauber durch. Besonders der Talfallzug brachte ihn früh in eine dominante Position. Im weiteren Verlauf folgten ein sauberer Armstreckhebel sowie druckvolle Angriffe im Part 1, die den Kampf klar entschieden.
Ergebnis: Full Ippon Sieg
Kampf 2 – gegen Abe van Ballegooijen (Niederlande)
Im zweiten Kampf zeigte Jannik erneut seine Stärke im Konterverhalten. Der Niederländer versuchte, Druck aufzubauen, doch Jannik blieb geduldig und wartete auf seine Chancen.
Im Part 2 setzte er einen starken Ausheber, gefolgt von schnellen Kontern und präzisen Fausttechniken. Auch am Boden blieb er konsequent und beendete den Kampf erneut vorzeitig mit einem Armstreckhebel.
Ergebnis: Full Ippon Sieg → Gold für Jannik Koch 🥇

Frida Förster – starkes Comeback nach Verletzung
Frida kehrte nach einem Jahr Verletzungspause auf die Matte zurück. Ihr Auftritt war geprägt von taktischer Reife, Ruhe und bemerkenswerter mentaler Stärke. Sie ist stärker zurück gekommen, als sie gegangen war. Konsequent hat sie sich das letzte halbe Jahr nach ihrer Verletzung auf diesen Tag vorbereitet.
Kampf 1 – gegen Belgierin
Frida startete sehr strukturiert in den Kampf und kontrollierte das Geschehen früh. Sie erkannte schnell die niedrige Deckung der Gegnerin und nutzte diese konsequent mit Handkantentechniken.
Im Stand sammelte sie viele Punkte und blieb über weite Strecken in Kontrolle. Auch im Part 2 konnte sie einen Wurf erfolgreich durchbringen und sich so den Sieg sichern.
Ergebnis: 16:9 Sieg
Kampf 2 – gegen Französin
Im zweiten Kampf wurde Frida deutlich mehr gefordert. Die Gegnerin brachte viel Druck in den Standkampf und war im Wurfbereich stärker.
Frida blieb jedoch ruhig und zeigte genau in den entscheidenden Momenten ihre Qualität. Im Part 3 gelang ihr eine saubere Festhaltung, die den Kampf entschied.
Ergebnis: 12:9 Sieg → Gold für Frida Förster 🥇
Frida überzeugte besonders durch taktisches Verständnis, Anpassungsfähigkeit, starke Kopf- und Distanztechniken und mentale Stabilität nach Verletzung.

Miriam Maganuco – vielseitig und kampfstark
Miriam zeigte ein sehr aktives Turnier mit vielen intensiven Aktionen in allen drei Kampfphasen.
Kampf 1 – gegen Bianca Marin (Rumänien)
Miriam startete sehr druckvoll in den Kampf und setzte früh klare Akzente mit Fausttechniken. Im Part 2 gelang ihr ein Übergang in eine Innensichel, der den Kampf entscheidend beeinflusste. Im Boden folgte eine saubere Würgetechnik.
Ergebnis: Full Ippon Sieg
Kampf 2 – gegen Lisa Pau (Österreich)
In einem engen und spannenden Kampf blieb Miriam bis zum Ende fokussiert. Besonders ihre Konter mit Seitwärtsfußtritt sowie schnelle Faustkombinationen brachten wichtige Punkte.
Auch die Befreiung aus einer Festhalte zeigte ihre körperliche Stärke.
Ergebnis: 28:24 Sieg
Kampf 3 – gegen Anna Kretsu (Spanien)
Gegen die spätere Turniersiegerin hielt Miriam im Stand gut mit, musste sich aber im Verlauf geschlagen geben. Vor allem im Part 2 war die Gegnerin stärker im Wurfbereich.
Ergebnis: Niederlage (Full Ippon)
Kampf um Bronze – gegen Matilde Amaral (Portugal)
Im Kampf um Platz drei zeigte Miriam erneut gute Ansätze mit starken Schlagkombinationen aus der Rückwärtsbewegung. Auch ein guter Konter im Part 2 war sichtbar, jedoch gelang der Gegnerin der entscheidende Übergang in den nächsten Kampfabschnitt.
Ergebnis: Niederlage (Full Ippon)

Julian Dürschmied – stark gestartet, bitteres Aus im Verlauf
Julian überzeugte besonders im ersten Kampf mit hoher Kontrolle und klarer technischer Überlegenheit.
Kampf 1 – gegen Ruiz Tomas Gonzalo (Spanien)
Julian dominierte den Kampf von Beginn an. Im Part 2 zeigte er gutes Konterverhalten, im Boden arbeitete er sehr schnell und konsequent und konnte den Kampf früh beenden.
Ergebnis: 50:0 Sieg
Kampf 2 – gegen Spasic Aleksa (Serbien)
Der zweite Kampf war deutlich enger. Julian zeigte gute Aktionen im Stand, konnte den Kampf im Boden jedoch nicht wie gewohnt durchsetzen. Dadurch verlor er knapp.
Kampf 3 – gegen Boutahar Marwan (Frankreich)
Dieser Kampf wurde kurzfristig 20 Minuten vorgezogen. Die schnelle Änderung führte zu organisatorischen Schwierigkeiten, sodass Julian nicht rechtzeitig optimal vorbereitet an der Matte stand. Solche kurzfristigen Verschiebungen waren auch bei anderen Sportlern ein Problem des Turnierablaufs.

Carla Scherwinski – starke Phasen, bittere Entscheidungen
Carla zeigte ein Turnier mit sehr unterschiedlichen Kämpfen und wechselnden Situationen.
Kampf 1 – gegen Sofia Alahyan (Belgien)
Die Gegnerin trat nicht an. Dadurch gewann Carla kampflos, auch wenn der Kampf sportlich nicht stattfinden konnte.
Kampf 2 – gegen Lysie Theys (Frankreich)
Carla führte den Kampf lange Zeit und lag deutlich in Front. Besonders im Part 1 zeigte sie eine starke taktische Leistung.
Am Ende entschied sie sich jedoch für einen Übergang in Part 2 und 3, was der Gegnerin den entscheidenden Vorteil brachte.
Ergebnis: Niederlage (Full Ippon)
Kampf 3 – gegen Maygan-Lei Fox (Großbritannien)
Carla fand schwer in die Distanz gegen die starken Kicks der Gegnerin. Ein Rückwärtskonter führte schließlich zu einer Wertung gegen sie.
Zusätzlich gab es eine strittige Kampfsituation, da bestimmte Wertungen aus Sicht des Teams nicht regelkonform gewertet wurden.
Ergebnis: Niederlage

Jil Langer – mutig in der Seniorenklasse
Jil wurde aus der U21 direkt in die Seniorenklasse hochgestuft und traf dort auf sehr erfahrene internationale Gegnerinnen.
Kampf 1 – gegen Daria Honcharenko (Ukraine)
Jil zeigte gute einzelne Aktionen, unterlag jedoch einer sehr erfahrenen Gegnerin deutlich. Ein sauberer Maegeri war ein positiver Akzent.
Kampf 2 – gegen Sina Staub (Schweiz)
Auch im zweiten Kampf konnte Jil wichtige Erfahrungen sammeln. Gegen die sehr routinierte Gegnerin zeigte sich der Unterschied in Tempo und taktischer Reife.
Team, Ablauf & Atmosphäre
Die Anreise erfolgte am Freitagmittag. Nach einem langen Wiegevorgang in der Halle waren alle Sportler erfolgreich im Gewicht. Irgendwer hatte seinen Pass vergessen und wir haben ganz schön geschwitzt an der Waage. Bald werden wir sehen, wie die selbe Person eine Pizza Hawaii essen muss. Eine gerechte Strafe für jeden Halb-Italiener. (insider)
Abends kochte das Team gemeinsam ein drei Gänge Menu: Tomate-Mozzarella-Salat, Pasta mit Tomatensauce und Gorgonzola und Quarkdessert mit Mandarinen. Sehr lecker!
Am zweiten Tag begann der Morgen mit einer Geburtstagstorte – ein besonderer Moment mitten im Wettkampfgeschehen. Danach ging es direkt in die Kämpfe bis in den späten Nachmittag.
Die Organisation war insgesamt gut, jedoch sorgten kurzfristige Änderungen bei den Kampfzeiten für Herausforderungen im Ablauf.
Die Rückfahrt erfolgte am Sonntag, mit Ankunft in Weimar am Nachmittag.

Fazit
Der Europa Cup 2026 war ein intensives internationales Turnier mit starken sportlichen Leistungen und wichtigen Entwicklungsschritten für das gesamte Team von Seishin Weimar.
Ein großes Dankeschön geht an:
- Gerald (Fahrer & Fotograf)
- Christian (Organisation, Coaching & Betreuung)
- unsere Sponsoren

Medaillenspiegel
🥇 Jannik Koch – Gold
🥇 Frida Förster – Gold
🥉 Julian Dürschmied – Bronze
Belgien hat sportlich gefordert und gleichzeitig viele schöne Eindrücke hinterlassen – ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt.
Test: Christian Zink
Fotos: Gerald Utschig / Christian Zink
